Audio Mastering? Teil 1

In diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen rund um das Thema Mastering teilen. Quasi ein Erfahrungsbericht von der ersten Stunde an. Viel Spaß. Kommentare sind natürlich erwünscht – könnten aber auch willkürlich von mir gelöscht werden (Keine Haftung für etwaige Schreibfehler oder fachliche Unsinnigkeiten).

Anmerkung: Mich führte der Weg zum Mastering Engineer unter anderem über das Themengebiet der Akustik und über das Erleben von Schall in unterschiedlichen Situationen. Aus diesem Grund gehe ich in den ersten Teilen verstärkt auf diese Thematik ein.

Bevor ich überhaupt wusste was Mastering ist, produzierte ich meine ersten Tracks in meinem  Home Recording Studio. Das Studio bestand aus einem Acer Laptop und einem quadral Boxenpärchen. Als Soundkarte verwendete ich die im Laptop verbaute. Als Studio diente mein Esszimmer. Man, ich fühlte mich wie der Superproduzent. Schließlich hatte ich ja alles was ich brauchte – dachte ich zumindest.

Ich produzierte fleißig einige Tracks und spielte sie meinen Freunden vor. In meinem “Studio” klang alles so wie es damals für mich klingen musste. Als ich die Sachen jedoch meinen Freunden auf deren Anlage vorführen wollte, klang alles irgendwie komisch. Nichts war so wie ich es in meinem Esszimmerstudio hörte. Viel zu viel Bass, undefinierte Mitten und vor sich hin zischende Höhen. Von Tiefenstaffelung und Panorama Verteilung mal ganz abgesehen.

Was war da los? Also beschloss ich der Sache auf den Grund zu gehen. Ab ins Bahnhofskiosk und diverse Fachzeitschriften besorgt: Monitoring. Studioakustik. Externe Soundkarten waren einige der Fachbegriffe, welche mich damals aufhören ließen und mich immer weiter in die Materie sogen. Es folgten die ersten Optimierungen an meinem Studio.

Da mir damals noch das nötige Kleingeld fehlte nutzte ich das, was ich zu diesem Zeitpunkt in meinem Gerätepark (Acer Laptop und quadral Boxen für sündhafte 99,00 € / Paar)   befand. Ich begann erstmal damit, meine super Lautsprecher mittels Kartons in die richtige Position zu bringen. Mein Abhörplatz befand sich zusammen mit den Lautsprecher in einem Gleichseitigen Dreieck wieder. Der jeweilige Abstand betrug ca. einen Meter. Ohne zu wissen was Nahfeld- , Mittelfeld oder das andere Feld (?) überhaupt bedeuten, stellte ich es intuitiv und im für die Boxengröße richtigen Abstand auf (Abb.01: Abhördreieck). Bei der Gelegenheit schaute ich mir auch gleich mal die Rückseite meiner Speaker an. Weitere Fachbegriffe wie: Frequenzgang oder Nennbelastbarkeit tauchten auf. Dazu aber später mehr.

Abhördreieck

(Abb.01: Abhördreieck)

Neben der Positionierung im gleichseitigen Dreieck brachte ich die Boxen noch auf Ohrhöhe. Mein Ohren zeigten in etwa auf den Bereich zwischen Tief- und Hochtöner.

(Abb.02: Ohrhöhe)

Nach diesem schweißtreibenden Umbau war ich nun gerüstet, mich wieder als Vollprofi zu fühlen und produzierte fleißig weiter.

Ich merkte sofort, dass sich was am Höreindruck verändert hatte. Alles war irgendwie greifbarer geworden. Ich hatte das Gefühl – damals jedenfalls – mitten im Sound zu sein. Meine Mixe wurden besser und auch der Vorführeffekt bot weniger Überraschungen. Neben der hardwareseitigen Optimierung lernte ich auch, was eine DAW (Digital Audio Workstaion) ist. Ich produzierte damals mit Reason. Für mich war das bis dato einfach eine Software, mit der man Musik machen konnte. Im Laufe der Zeit kam ich auch mit den ersten Hardware Geräten in Berührung. Ich erweiterte mein Set Up und kaufte mir beim Second Hand Laden einen Analogen EQ (Audio Control C101) und einen Yamaha Soundmodul. Als damaliger “Profi” merkte ich sofort, dass es einen klanglichen Unterschied zwischen den EQs in Reason und dem Hardware EQ gab. Ebenso auffallend war der Vergleich zwischen dem Hardware Soundmodul und den Reason internen Klangerzeugern. Die schwarzen Kisten brachten den damals für gut befundenen Klang – ich saß ja nun im perfekten “sweet spot” – auf eine bis dahin unbekannte Ebene. Die Sounds setzten sich im Mix viel besser durch, ohne ewig lange Reason-Effekt-Ketten benutzen zu müssen. Zu meiner Verteidigung sei gesagt, an diesem Punkt meiner “Karriere als Engineer” begriff ich erst Ansatzweise, was ein Compressor ist oder wofür man einen Limiter einsetzt. Jetzt war ich aber endgültig bei den Profis angekommen – so fühlte ich mich jedenfalls.

Es gab also qualitative Unterschiede, sowohl bei der Klangerzeugung, als auch bei der Klangbearbeitung: Analoge Wärme. Sättigung. Breite. Tiefe. Obertonstruktur. So rutschte ich immer tiefer und tiefer (eigentlich höher und höher) in die Materie, fast vergessen waren die stümperhaften Anfänge.

Doch was dann geschah, werdet ihr nicht glauben. Mehr dazu im Teil 2. Dranbleiben! 

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